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Samstag, 20 Dezember, 2014

Viele Barrieren auf dem Weg zum E-Learning für alle

Ein Fernstudium kann für viele Studierende mit körperlichen Einschränkungen eine adäquate Lösung bieten. Aber auch die verschiedenen Modelle des E-Learning bergen noch zahlreiche Barrieren, die den Zugang zur hochwertigen Bildung erschweren. Der Kern des Problems sind dabei häufig die digitalen Barrieren, die bei der Gestaltung und Programmierung von Lerneinheiten entstehen. Die häufigsten Fehler sind

  • Grafiken, die nicht hinreichend anschaulich beschrieben werden oder zu komplex sind, ohne dass ihre einzelnen Elemente beschrieben werden;
  • Videos, die nicht untertitelt werden und für die keine Transkriptionen zur Verfügung gestellt werden;
  • Sprache, die zu kompliziert ist und/oder die sichere Verwendung von Fachtermini bereits voraussetzt;
  • Navigationen, die nicht mit Hilfsinstrumenten oder der Tastatur angesteuert werden können.

Eine weitere Barriere kann in bestimmten Lern- und Prüfungsmethoden bestehen, wenn die zeitlichen Vorgaben für Antworten zu knapp berechnet sind oder zentrale Informationen nur kurz verfügbar sind. Auch eine kontrastarme Gestaltung von Unterrichtsmaterialien und Webseiten kann bestimmte Nutzergruppen vom unkomplizierten Gebrauch einer E-Learning-Einheit ausschließen. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) legen einen Regelkatalog fest, der weitere Vorgaben wie beispielsweise die "technische Robustheit" für eine uneingeschränkte Barrierefreiheit von E-Learning und anderen Onlineangeboten definiert. Auch für private Anbieter von Bildungsangeboten ist dieses Regelwerk eine gute Richtlinie, die für öffentliche Einrichtungen und ihre virtuellen Dienstleistungen und Informationsangebote schon verbindlich ist.

Vorteile des barrierefreien Fernlernens für alle

Zahlreiche der technischen Vorgaben, die Barrieren senken, haben auch für Fernstudierende ohne Einschränkungen viele Vorteile. So erlaubt die leichte Bedienbarkeit und Navigation von elektronisch aufbereiteten Contents die vollständige Konzentration auf die Lerninhalte. Eine übersichtliche Gestaltung der Materialien und die nachvollziehbare Entwicklung komplexer Zusammenhänge erleichtert Lernfortschritte und vereinfacht das Rekapitulieren des Erlernten.

Die Inklusion von Mitstudierenden mit anderen Erfahrungshintergründen ist insbesondere in praxisorientierten Lerneinheiten sowie in der offenen Diskussion in Foren und auf dem Online-Campus bereichernd. Barrierefreiheit bei der Konzeption von Fernstudiengängen ist trotzdem heute noch nicht überall die Regel. Bei der Meldestelle für digitale Barrieren, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert wird, können Fernstudierende die in den E-Learning-Angeboten öffentlicher Anbieter und privater Hochschulen auftretenden Barrieren zur Kenntnis geben, damit perspektivisch barrierefreies Fern- und Onlinelernen für alle möglich ist.