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Donnerstag, 14 September, 2017

Jedes Jahr benötigen allein altersbedingt über 1100 Unternehmen in Sachsen einen neuen Chef. Laut der Studie „Unternehmensnachfolge in Sachsen“ der HHL Leipzig Graduate School of Management streben Firmen im Freistaat im Gegensatz zum Bundesdurchschnitt eher seltener eine familieninterne Lösung an. Allarmierend: Nur 22 Prozent der Unternehmer haben laut der Studie für dieses Szenario einen Nachfolgeplan aufgestellt. 

„Wo sind die Nachfolger?“ lautete deshalb die Frage bei der 2. HHL Podiumsdiskussion zur „Unternehmensnachfolge Sachsen“.

Herausforderung: die richtige Kommunikation

Auf Basis der Ergebnisse der 1. HHL Podiumsdiskussion, wonach Unternehmensnachfolgen in Sachsen kein Problem fehlender Finanzierung oder Nachfolgekandidaten sei, meinte Jun.-Prof. Lahmann: „Wir stellen trotzdem fest, dass die Partner nicht zusammenfinden. Möglicherweise haben wir ein Kommunikationsproblem.“ Wirtschaftsminister Dulig bestätigte dies indirekt: „Die Kommunikation ist bei dem Thema wichtig. Da viele Unternehmer zu spät über die Nachfolge nachdenken, gilt es, das Bewusstsein bei ihnen zu schärfen.“ 

Maßnahmen

Nach konkreten Maßnahmen gefragt, betonte Minister Dulig: „Wir haben hierfür bereits Formate wie beispielsweise die vom Sächsischen Wirtschaftsministerium, den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern ins Leben gerufenen jährlich stattfindenden Sächsischen Aktionstage Unternehmensnachfolge sowie ein Internetportal. Wir sollten keine Parallel- vielmehr jedoch effiziente Strukturen für die Unternehmensnachfolge in Sachsen vorhalten.“

Hartmut Bunsen, Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen, wies darauf hin, dass die Nachfolge Sache des Unternehmers und nicht der Politik sei. Günstigstenfalls sollten bereits frühzeitig unternehmensintern Nachfolgekandidaten identifiziert und für die Übernahme fit gemacht werden. Die Herausforderung für Sachsen, so Bunsen, läge jedoch darin, dass es sehr viele kleine Unternehmen gäbe, die einen Nachfolger suchen würden. Leipzigs IHK-Präsident Kristian Kirpal ging dabei nochmals deutlicher auf den Zeithorizont einer erfolgreichen Nachfolge ein: "Der Übergabeprozess ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Oft vergehen Jahre, um eine Lösung für die Beteiligten zu finden – unabhängig auch von der Form der Übergabe. Unternehmerinnen wie Unternehmer müssen sich aufgrund der Komplexität langfristig mit dem Thema befassen. Unsere Aufgabe ist es daher, noch stärker und zielgerichteter für das Thema in der Unternehmerschaft zu sensibilisieren.“

Push-Effekt könnte Unternehmer wachrütteln

Eine privatwirtschaftliche Lösung forderte auch Manuel Hein von der Olea Nachfolge GmbH. „Wir brauchen eine interessensneutrale Matching-Plattform“, so Hein. Sachsens Wirtschaftsminister sieht besonders die Kammern in der Pflicht, da sie den direkten Kontakt zu den Unternehmensvertretern hätten. 

Auf Einwände aus dem Publikum, das häufig die Beratungsangebote nur unzureichend bekannt seien, verwies Harald Rehberg, Geschäftsführer des WMS – Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen, auf das geplante Institut für Unternehmensnachfolge an der HHL. Durch die zurückliegende Studie „Unternehmensnachfolge Sachsen“ hätte Jun.-Prof. Lahmann eindrucksvoll bewiesen, welch guter Kontakt zu Unternehmen aufgebaut werden könne, so Rehberg. Wirtschaftsminister Dulig bekräftige: „Gerade die wissenschaftliche Struktur sollte bei der Frage der Unternehmensnachfolge in unserem Land nicht vernachlässigt werden. Die Wissenschaft könnte hierbei auch als Mittler zwischen Übergeber und potentiellen Übernehmern dienen.“ 

Fernstudium als Instrument zur Nachfolge-Vorbereitung

Diverse Fernstudiengänge, die auch an der HHL angeboten werden, können einen Teil zur Vorbereitung der Unternehmensnachfolge beitragen. Denn um eine Führungsaufgabe zu übernehmen, ist es nicht nur wichtig, das Unternehmen und den Markt zu kennen, sondern auch Fähigkeiten im Management, einen breiten, umfassenden Blick auf das Geschäftsgeschehen und die Strategie sowie gute Führungsqualitäten zu entwickeln. (Quelle:idw-online.de)