Ihr Ratgeber zum Fernstudium in Deutschland
Jetzt vergleichen!

Mittwoch, 2 Februar, 2011

Seit mehreren Jahren entwickelt und internationalisiert sich die Philanthropie, ihre Rolle bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen verstärkt sich und die den Philanthropen zur Verfügung stehenden Werkzeuge werden vielseitiger. Die Philanthropie ist weder im öffentlichen noch im Privatsektor angesiedelt. Diese besondere Stellung ermöglicht ihr eine Konzentration auf vielfältige innovative und dem Wohl der Gesellschaft zuträgliche Untersuchungen.

Mit Projekten aus allen Bereichen des öffentlichen Interesses (Gesundheit, Bildung, Kultur, Umwelt…) trägt sie wesentlich zur Verbesserung des Gemeinwohls bei. Dennoch blieb die europäische Philanthropie bislang weitgehend unbeachtet, und nur sporadisch wurde sie von einzelnen Think Tanks oder Universitäten wissenschaftlich untersucht.

Dies nahm die Wirtschaftsuniversität ESSEC zum Anlass, einen Lehrstuhl für Philanthropie einzurichten in Kooperation mit der BNP Paribas Wealth Management, der ersten Privatbank, die sich bewusst mit philanthropischen Serviceangeboten für ihre Kunden beschäftigt und die sich darüber hinaus engagiert für einen regeren Austausch über Philanthropie.

Finanziell wurde das Projekt zunächst von der französischen Wohltätigkeitsorganisation Fondation de France unterstützt. Die theoretische Ausarbeitung der Forschungsinhalte sowie die Organisation einer Sammel-Finanzierung wurden von ESSEC und den drei Mitbegründern Jérôme Kohler, Jean-Pierre Scotti und Antoine Vaccaro geleistet. Zuletzt stieß die Firma KPMG als Partnerunternehmen des Lehrstuhls hinzu.

Angegliedert an das Institut de l’Innovation et de l’Entrepreneuriat Social (IIES), soll es die Aufgabe dieser Forschungsstelle sein, das Wissen um Philanthropie zu fördern und zu verbessern. Der Lehrstuhl wird vor allem auf Herausforderungen fokussiert sein, die mit der Schaffung, der strategischen Entwicklung und dem Management von philanthropischen Initiativen verbunden sind, um die Management- und Führungskompetenzen der Hauptakteure des Sektors zu stärken. Mit Unterstützung der IIES wird der Lehrstuhl für Philanthropie in Abstimmung mit weiteren renommierten akademischen Institutionen daran arbeiten, philanthropische Themen in Europa und über Europa hinaus zu setzen, um Synergien zu schaffen und zusätzliche Projekte zu entwickeln.

Um diese Aufgaben zu erfüllen wurden folgende Ziele gesetzt:

  • Förderung und Weiterentwicklung des Verständnisses der Funktion von Philanthropie und wie diese von Einzelpersonen und Institutionen praktiziert wird
  • Um wesentliche Beiträge zu theoretischer und angewandter Forschung der Philanthropie und des sozialen Engagements zu leisten, sollen Standards wissenschaftlicher Exzellenz erfüllt sein
  • Hauptakteure des philanthropischen Bereichs sollen in ihren Management-, Analyse- und Führungsqualitäten gestärkt werden
  • Die Gründung universitärer philanthropischer Forschungsnetzwerke soll unterstützt werden

BNP Paribas Wealth Management, die Fondation de France sowie KPMG sind allesamt Mitglieder des Lenkungsausschusses des neuen Philanthropie-Lehrstuhls. In dieser Funktion sind sie maßgeblich in die strategische Planung und die Definition von Forschungsthemen einbezogen.

François Debiesse, Senior Wealth Advisor der BNP Paribas Wealth Management, erklärte zum Interesse am neuen Lehrstuhl, dass eine strategische Beteiligung an dem ESSEC Philanthropie-Lehrstuhl eine „natürliche Fortsetzung des Engagements“ sei, das BNP Paribas Wealth Management bereits zuvor für die Förderung der Philanthropie gezeigt habe.

Professor des neuen Lehrstuhls, Anne-Claire Pache, erinnert daran, dass die meisten Kenntnisse im Bereich der Philanthropie derzeit aus den Vereinigten Staaten stammen. „Doch es gibt neue, speziell europäische Herausforderungen im Hinblick auf die Philanthropie. Heute halte ich es für notwendig, diesen reichen amerikanischen Wissenssektor mit europäischen akademischen Forschungsergebnissen zu ergänzen. Dies macht den Philanthropie-Lehrstuhl wirklich relevant”, betont die Professorin.