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Was ist ein Online-Studium?

Sie wollen nur mit Ihrem Computer oder Laptop überall auf der Welt studieren und suchen deshalb ein Online-Studium? Oder haben Sie von der Minerva-Universität gehört oder von Moocs und möchten nun genauer erfahren, worum es sich dabei handelt? Wir helfen Ihnen, in das mittlerweile breite Feld der Online-Studien etwas Licht zu bringen!

Ein Studium wird nach wie vor so definiert, dass eine Gruppe an Studierenden in einem Hörsaal oder Seminarraum sitzt und ein Professor sein oder ihr Wissen vermittelt. Dafür wohnen die Studenten in der Universitätsstadt und kommen regelmäßig in die Räume der Hochschule.

Computer spielen in diesem Szenario eher beim Schreiben der Seminararbeiten, vielleicht für Notizen in den Vorlesungen und für die Verwaltung eine Rolle. Kaum jemand denkt jedoch daran, dass auch die Frau im Zug oder der Mann im Coffee Shop gerade mitten in einer Vorlesung sein könnten- weit entfernt von der Uni und lediglich vor dem Laptop sitzend. Doch das genau ist dann ein Online-Studium.

Sonderformen: MOOCs und Minerva

Dabei sind Online-Studiengänge gerade in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der Medien gerückt. MOOCs (massive open online courses) sind Kurse, in denen Professoren aus aller Welt kostenlos einen Kurs zur Verfügung stellen. Die Lehrenden filmen sich beim Unterricht selbst und die Studierenden können die Vorlesung dann in der ganzen Welt und zeitlich unabhängig anschauen. Oft gibt es dazu sogar noch Aufgaben, Vorschläge für Vorbereitungsmaterial oder Hausaufgaben. Teilweise kann man in MOOCs sogar Zertifikate erwerben und einige Hochschulen experimentieren damit, MOOCs als Ersatz für Kurse zuzulassen.

Seit 2014 gibt es noch eine besondere Form des Online-Studiums: Minerva. Das ist eine private Hochschule in den USA, die zwar den gesamten Unterricht online anbietet, im Gegensatz zu MOOCs aber die Zahl der Teilnehmer stark einschränkt, den Studenten vorgibt, dass sie während des Studiums in sieben verschiedenen Städten leben müssen und teilweise den Online-Unterricht trotzdem in der Gruppe in einem Klassenzimmer abhält.

Der Vorteil davon soll der Kontakt und die Gemeinschaft unter den Studenten, die globale Erfahrung und besonders die Bindung von Studenten an die Professoren sein. Gleichzeitig werden IT-Kenntnisse vermittelt, die Professoren können Vorträge an anderen Orten und Vorlesungen an anderen Unis halten und ihre Studenten bei Minerva trotzdem nicht vernachlässigen. So ist das Studium nicht komplett zeitlich und räumlich unabhängig, da Seminare über Webcam gehalten werden und Kurse teilweise von der Mitarbeit der Studenten lebt- ähnlich wie im „normalen“ Studium, allerdings eben online. Minerva ist also eine Mischform von typischem Präsenz- und Online-Studium.

Online-Studium = Fernstudium?

Streng genommen ist ein Online-Studium lediglich eine Form des Fernstudiums. In einem Online-Studium erwirbt man einen akademischen Abschluss, also normalerweise einen Bachelor oder Master. Im Gegensatz zum Fernstudium erhält man die Studienunterlagen im Online-Studium nicht mehr per Post, es gibt weniger schriftliches Lehrmaterial und durch die Online-Kurse wird das Lernen interaktiver. Man lernt also nicht nur aus Büchern, sondern besonders durch Videos, Online-Vorlesungen, Podcasts, oder Kurse im Internet. Im Gegensatz zu den meisten „normalen“ Fernstudiengängen gibt es im Online-Studium aber teilweise feste „Unterrichtszeiten“, in denen sich die Studenten mit dem Professor zu einer online-Diskussion treffen, entweder in speziellen Gruppenchats oder in Foren.

Wie in den meisten Fernstudiengängen enthalten auch Online-Studiengänge oft einige Präsenzphasen und sind somit nicht „rein“ online zu absolvieren. Damit wird unter den Studenten zumindest ein wenig Gemeinschaft kreiert und der Kontakt zu den Professoren hergestellt. Allgemein sind die Professoren oder Betreuer der Online-Kurse meist recht gut erreichbar für die Studenten und beantworten auf dem digitalen Weg Fragen und klären Probleme.

Wer bietet ein Online-Studium an?

Es gibt mittlerweile eine sehr große Zahl an Anbietern für Online-Studiengänge. Fast alle Fernhochschulen arbeiten auch mit Online-Kursen. Daneben bieten sehr viele „herkömmliche“ Universitäten auch Online-Optionen an. Die bekanntesten Anbieter sind sicherlich die FernUniversität Hagen, AKAD, und ILS. Aber erkundigen Sie sich auch bei anderen Hochschulen und Fachhochschulen nach Möglichkeiten, Kurse online zu belegen.

Zusätzlich zu den akademischen Abschlüssen gibt es auch die Möglichkeit, online Weiterbildungen zu belegen. Mehr dazu finden Sie auch in unserer Rubrik „Fernschule“ (LINK)

Warum sollten Sie ein Online-Studium in Betracht ziehen?

Das Internet und die Arbeit mit dem Computer sind mittlerweile in jeder Branche zum Standard geworden. Diesen technischen Fortschritt kann man auch als Student bereits gut nutzen. Ein Studium mit relativ hohem Online-Anteil zeigt, dass man vor Fortschritt keine Scheu hat und beweist gute Computerkenntnisse.

Gleichzeitig ermöglicht es, wie auch jedes andere Fernstudium, zeitlich recht flexibel und an jedem Ort Ihrer Wahl den Lehrstoff zu erarbeiten. Dadurch können Sie begleitend zum Studium weiterhin berufstätig sein und praktische Erfahrungen sammeln bzw. Ihren Lebensunterhalt verdienen.

Einige Seminare werden Sie dennoch zusammen mit Kommilitonen und einem Tutor oder Professor absolvieren, um zum Beispiel über den erarbeiteten Lernstoff zu diskutieren- wobei das „Klassenzimmer“ durchaus virtuell sein kann. So ergeben sich Kontakte und Sie können sich auch bei anderen Fragen oder Problemen mit anderen Studierenden oder Ihrem Betreuer austauschen.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Generell benötigt man für ein Studium in Deutschland eine Hochschulzugangsberechtigung, also Abitur, Fachabitur oder einen vergleichbaren Abschluss. Das gilt auch für Online-Studiengänge und Fernstudien, da auch hier ein akademischer, staatlich anerkannter Abschluss verliehen wird. Allerdings werden gerade beim Fern- und Onlinestudium oft Ausnahmen gemacht, wenn Sie praktische berufliche Qualifikationen nachweisen können.

Darüber hinaus ist ein Online-Studium für Sie geeignet, wenn Sie sich selbst gut motivieren können, Selbstdisziplin besitzen und wissen, wie Sie gut lernen. Sie sollten sich bewusst sein, dass Sie die meiste Zeit alleine lernen werden. Allerdings werden Sie nicht komplett flexibel und unabhängig sein. Ein Online-Studium verbindet meist Präsenzphasen mit Online-Kursen und Elementen des Fernstudiums. Das hilft auch, die Motivation zu erhalten und sich gegenseitig zu helfen, wenn ein Modul einmal etwas schwieriger ist. Erkundigen Sie sich frühzeitig, wie oft Präsenzphasen im Studium vorkommen und wie flexibel diese in den Studienalltag eingebaut werden können.

Darüber hinaus sollten Sie natürlich gut mit dem Computer und dem Internet umgehen und auch flüssig online kommunizieren können. Da die meisten Kontakte mit Kommilitonen und Professoren digital stattfinden werden, sind gute „Manieren“ in der Online-Kommunikation entscheidend, um Missverständnisse und Verstimmungen zu vermeiden.

Wie verläuft ein Online-Studium?

Wenn Sie sich für ein Online-Studium eingeschrieben haben, erhalten Sie normalerweise Zugangsdaten für eine Lernplattform und das „virtuelle Klassenzimmer“. Normalerweise finden zu Beginn des Studiums Einführungsveranstaltungen statt, teilweise als erste Präsenzphase an der Hochschule, um kleinere Probleme sofort und unbürokratisch aus der Welt zu schaffen, Kommilitonen und Professoren kennen zu lernen und genau über den Ablauf und die Erwartungen zum Studium zu sprechen.

Die meisten Kurse und Lerninhalte werden dann online zur Verfügung gestellt. Teilweise werden Übungen angeboten, aber auch Foren und Diskussionsmöglichkeiten, um das Lernen etwas interaktiver zu gestalten. Manchmal bieten Professoren diese Möglichkeiten aber erst auf Nachfrage der Studenten an, weshalb gerade die Einführungsveranstaltungen am Anfang wichtig sind. Die Geschwindigkeit, in der Sie lernen, bestimmen Sie dabei selbst. Auch die Zahl der Module, die Sie pro Semester belegen, können Sie normalerweise flexibel an Ihre Lebensumstände anpassen.

Daneben gibt es in den meisten Studiengängen Phasen, in denen Sie zwingend an der Hochschule präsent sein müssen. Die Häufigkeit und Dauer dieser Phasen hängen von der Hochschule und dem Fach ab, das Sie gewählt haben. In manchen Studiengängen wird während dieser Phasen zum Beispiel praktisch geübt, so dass diese Phasen nicht durch Online-Kurse ersetzt werden können. In den meisten Fernstudiengängen machen diese Präsenzphasen ca 20-30% der Module aus.

Prüfungen können auf verschiedenen Wegen abgelegt werden. Einige Hochschulen arbeiten mit Prüfungszentren in ganz Deutschland zusammen, an denen Prüfungen abgehalten werden. Diese Prüfungen finden oft ebenfalls online bzw. computergestützt statt. Andere Prüfungen müssen Sie in Präsenzphasen direkt an Ihrer Hochschule ablegen. Teilweise werden Leistungsnachweise auch anhand von Arbeiten abgelegt, die Sie selbstständig zu Hause schreiben. Diese Arbeiten können normalerweise über das Online-System hochgeladen werden.

Wie lange dauert ein Online-Studium?

Die meisten Hochschulen raten dazu, mindestens zwei bis drei Jahre für ein Online-Studium einzuplanen. Es kommt aber nicht selten vor, dass Studenten deutlich länger brauchen, bis sie den Abschluss erwerben - vier bis sieben Jahre sind nicht unüblich. Die Studiendauer hängt dabei stark davon ab, wie viele Module Sie pro Semester belegen können, wie viel Zeit Sie zum Lernen erübrigen und wie diszipliniert Sie das Studium angehen.

Wie anerkannt sind Online-Abschlüsse?

Genau wie das Fernstudium allgemein ist auch das Online-Studium bei Arbeitgebern und in Personalabteilungen sehr anerkannt. Denn erstens haben Sie neben dem Studium bereits praktische Erfahrungen gesammelt und oft Gelegenheit gehabt, die Studieninhalte praktisch auszuprobieren und umzusetzen. Zweitens haben Sie gezeigt, dass Sie Disziplin, Durchhaltevermögen und Motivation besitzen. Diese Eigenschaften sind in der heutigen Zeit fast überall sehr begehrt.

Fazit

Das Online-Studium ist eine Sonderform des Fernstudiums. Es stellt eine Form des Studiums dar, das zu einem akademischen Abschluss führt, aber weitestgehend mit Hilfe von Online-Medien durchgeführt wird. Lernmaterialien werden zum Beispiel in einem virtuellen Lernraum zur Verfügung gestellt, Vorlesungen oder Diskussionen finden ortsunabhängig in Online-Klassenzimmern oder Foren statt.

Daneben sind in fast allen Online-Studiengängen auch Präsenzphasen an der Hochschule vorgesehen. Damit, und durch persönliche Betreuer, sollen Studenten das Studium auch zum Netzwerken nutzen und darüber hinaus zum Durchhalten motiviert werden. Durch die Präsenzphasen und die Kontakte zu Kommilitonen können Studenten sich auch gegenseitig bei Fragen und Problemen helfen.

In diesen Kontakten und der persönlichen Betreuung liegt auch der größte Unterschied zu MOOCs, massive open online courses, die zwar ebenfalls online durchgeführt werden, aber in denen kein direkter Kontakt zum Professor hergestellt wird. MOOCs können dafür allerdings oft kostenlos und von mehreren tausend Studierenden gleichzeitig online belegt werden.

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